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MPS Aach 2015

Mittelalterlich Phantasie Spectaculum

Aach an der Aach – Reitanlage Hirtenhof, 22.08.2015 – 23.08.2015

Samstag, 22.08.2015

Nach einem Blick auf das Line Up des Wochenendes, der guten Wettervorhersage und weil ich noch nicht auf dem MPS in Aach war, beschließe ich mit Markus – der ja auch immer mit seiner Kamera dabei ist – an den Bodensee zu fahren.

Das erste was mir auffällt ist, dass das Gelände (lt. Homepage vom MPS ca. sechs Fußballfelder groß) im Vergleich zu den bisher besuchten Veranstaltungen klein ist. Das ist aber nicht weiter schlimm. Der Platz wird optimal genutzt, so wird zum Beispiel das Reiterstadion zur idealen Kulisse für die Ritterturniere und –kämpfe in der Mitte des gesamten Veranstaltungsgeländes. Die Marktstände und Heerlager verteilen sich großzügig auf der restlichen Fläche. Einen kleinen Nachteil mag das Gelände bei regnerischem Wetter vielleicht haben. Da kann es an der ein oder anderen Stelle bei dem leicht abfallenden Gelände schon mal rutschig werden. Aber was soll’s – dann geht man ein kleines Stück außen entlang und alles ist gut.

Die zwei Bühnen teilen sich dieses Wochenende: Metusa, Saltatio Mortis, Cobblestones, Cultus Ferox, Saor Patrol, Faun und am Sonntag auf Elmsfeuer.

Metusa habe ich dieses Jahr noch nicht auf dem MPS gesehen und freue mich daher, endlich mal wieder die Gelegenheit zu haben die Jungs und Mädels live zu erleben – ist ja auch immer wieder ein Spaß. Was mich erwartet ist ein abwechslungsreiches Programm ihrer bisherigen Songs von Gemeinsam als Zugabe, Gwendoline, Tanz oder Weltenwanderer. Das Publikum ist textsicher und macht jede Aktion mit – besser gesagt fordert sie sogar. Und so wird bei Gemeinsam sich kräftig ins Zeug gelegt und die Reihen vor der Bühne rudern was sie können J. Und wer glaubt, Headbanging zur Titelmusik der Zeichentrickserie Disneys Gummibärenbande geht nicht – der hat sich getäuscht. Ich hab’s gesehen!

Aber nicht nur das hat die Band an diesem Wochenende für uns mitgebracht. Sie arbeiten gerade an einer neuen CD und lassen es sich nicht nehmen gleich zwei ihrer neuen Songs vorzustellen: Alles ist dunkel und Die, die gehen. Mein Favorit dieser beiden: ganz klar Die, die gehen. Ein Lied mit dem Thema Abschied und wie man damit aus Sicht derer, die gegangen sind umgehen kann: Froh zu sein, sie gekannt zu haben und sich auf das nächste Glas beim Wiedersehen zu freuen.

Wer Metusa live beim MPS dieses Jahr noch erleben möchte hat in Speyer, Hamburg-Öjendorf und Maxlrain nochmal Gelegenheit dazu.

Bildergalerie Metusa

Zu Saor Patrol muss ich euch nun wirklich nichts mehr erzählen – für mich sind ihre Auftritte immer auch eine Art Ruhepol beim MPS. Das hört sich verrückt an findet ihr? Eigentlich nicht – trotz der Energie, die die sympathischen Jungs mit ihrer Show auf der Bühne versprühen, ist es genau der Zeitpunkt für mich, an dem ich mich gemütlich auf einer der zahlreichen Bierbänke niederlasse und einfach nur den Augenblick genieße. Kein Wunder bei guter Musik und Sonnenschein!

Um 16 Uhr ist es dann Zeit für den ersten Auftritt von Saltatio Mortis. Ein wenig angekratzt sieht der ein oder andere schon noch aus – aber das mag vielleicht daran liegen, dass die Feier über Platz eins der Album-Charts ein wenig länger ging. Aber die Jungs sind Profis genug, um auch diesen Umstand gekonnt in ihre Show mit einzubauen und so gibt es bei der ein oder anderen Anekdote vom Summer Breeze (wie war das mit Luzi das Flitzer L???? – verdammt, das muss ich nochmal genauer hinterfragen bei Gelegenheit) laute Lacher aus der Zuschauermenge.

Immer wieder schön ist auch die kleine Werbeunterbrechung während des Sets – Lasterbalk ist immer gespannt, welchen Jingle sich Jean Méchant, der Tambour einfallen lässt. Heute ist es We’re Not Gonna Take It von Twisted Sister umgetextet auf: Unsre neue Platte …. Sehr geil J. Danach geht es weiter mit ein wenig Jazz – sehr zur Freude von Lasterbalk (Ironie an) der nicht schlecht schaut, als Luzi das L wettergerecht (immerhin gute 26 Grad) in einem Windbreaker ganz in schwarz auf die Bühne tritt um den Fans die neue Collection zu zeigen. Die Jungs auf der Bühne haben sichtlich Spass und spielen den Rest ihres Tagessets locker weiter.

Bildergalerie Saltatio Mortis

Für mich heißt es aber wieder zurück zur anderen Bühne, da warte ich auf den Auftritt von Cultus Ferox. Beim letzten Mal konnten sie mich nicht ganz überzeugen und ich bin gespannt ob sie es heute schaffen. Leider wird nichts daraus. Scheinbar gibt es bei ihrem vorletzten Set an diesem Tag technische Probleme, die zur Folge haben, dass Cultus Ferox mit gut 15 Minuten Verspätung erst beginnen können. Für mich leider etwas zu spät, da ich auf keinen Fall den einzigen Auftritt einer ganz bestimmten Band verpassen möchte, der jetzt gleich beginnt.

Eins, zwei, drei - Sláinte kann nur eins bedeuten: Die Cobblestones stehen auf der Bühne. Die vier Berliner Andreas Macherauch, Andy Knappe, Martin Lendt und Marcus Bernhardt geben an diesem Wochenende nur ein Konzert. Aber das feiern sie ordentlich. Ein Feuerwerk an guter Laune wird da auf der Bühne abgefeuert und der Platz vor der Bühne fühlt sich mit der Zeit – gut dass das Gelände genug Platz zum Tanzen bietet. Weil das muss man einfach, bei der Stimmung die herrscht.   Sogar ein ganz kleiner Flashmob kommt zustande und natürlich darf auch eine Polonaise nicht fehlen. Der Chor bei I Like To Move It (wer jetzt an den Film Madagascar denkt, liegt genau richtig) ist auch grandios. Das abwechslungsreiche Repertoire bietet einfach nur gute Unterhaltung: egal ob etwas ruhiger bei Dirty Old Town oder beschwingter bei Mary Mack. Viel zu schnell sind die 90 Minuten rum – und ich frage mich wo ist die Zeit geblieben. Ach ja, eins hab ich vergessen: mitzuzählen wie oft das Eins, zwei, drei – Sláinte ertönte. Muss ich doch das nächste Mal besser aufpassen. Natürlich nur mit einer Flasche Stollen 13 in der Hand – erhältlich am Merchandise Stand während des Auftritts. Besucheraussagen zu Folge soll das Gebräu richtig lecker sein.

Bildergalerie Cobblestones

Danach wandere ich wieder über das Gelände an den Ständen vorbei und überlege mir schon mal, was ich an diesem Wochenende probiere von all den Köstlichkeiten. Ich glaube diesmal wird es eine Mischung aus Fleischspieß von der Fleischbräterei und einer warmen Tasse Kakao an Gisi’s Kuhmilch und Kakao Kaschemme. Soll ja auch ein bisl abkühlen am Abend.

Jetzt aber erst nochmal auf zur anderen Bühne. Da treten um 20 Uhr Faun auf. Die Band, Oliver ‚SaTyr‘ Pade Fiona Rüggeberg, Stephan Groth, Katja Moslehner, Rüdiger Maul und Niel Mitra, gibt an diesem Abend ihr letztes Open Air in diesem Jahr in Deutschland und laden alle Anwesenden ein, richtig zu feiern. Dafür präsentieren sie einen Querschnitt ihres Schaffens, egal ob Balladen oder Tanzlieder und entführen mit ihren mythischen Klängen und zarten elfischen Gesängen in eine andere Welt. Schnell ist der Platz vor der Bühne voll und man kann förmlich spüren, wie sich Band und Fans auf eine Reise begeben. Eine Reise, die dazu einlädt, sich wieder sich selbst und der Welt in der man lebt bewusst zu werden.

Bildergalerie Faun

Eine kleine Weile gehe ich mit auf diese Reise bevor mich ganz realistisch ein Magenknurren in meine Welt zurückholt. Also auf geht’s zur Fleischbräterei – Himmel ist der Spieß lecker. Wirklich zu empfehlen. Bei Gisi’s Kaschemme komme ich dann doch ins Wanken was es heute Abend für mich sein darf. Er hat aber auch außergewöhnliche Mischungen. Ich bleibe dann aber doch bei einem ganz normalen Kakao.

Schön, dass ich noch einen Teil des Abendkonzertes von Metusa dadurch miterlebe und finde es eine richtig geile Aktion, als Dominik bei Hüter Der Meere eine Dame mit auf die Bühne bittet, die eine Flagge von Sea Shepherd hochhält. Sea Shepherd ist eine Umweltschutzorganisation, die sich dem Schutz der Meere und dem Kampf gegen Walfang und Robbenjagd verschrieben hat. Wer mehr über ihre Arbeit erfahren möchte: www.seashepherd.org!),

Danach verabschiede ich mich für den Samstag vom MPS und mache mich auf den Weg zum Auto. Am Sonntag gibt es noch ein Wiedersehen mit Elmsfeuer und vielleicht auch endlich die Gelegenheit bei Cultus Ferox zuzuhören. Gute Nacht.

Und schon ist es Sonntag – auf geht’s zur Morgenmesse von Bruder Rectus, der gemeinsam mit Der Tod, dem Hässlichen Hans und Gawan dem Stelzenläufer eine kurzweilige Eröffnung des Sonntags abliefert und dann auch gleich die Bühne freigibt für Elmsfeuer.

Bildergalerie Markteröffnung

Bei Elmsfeuer hat sich einiges getan im letzten Jahr: Es gibt zwei neue Gesichter an Bord: Jessi Canero und Djast. Nach dem Weggang zweier Bandmitglieder hieß es erstmal für Käpt’n Wirti und die restliche Crew neue Mannschaftsmitglieder zu finden. Schnell wurden sie fündig und konnten mit der neuen Besetzung alte Songs einstudieren um jetzt wieder die Planken der Bühnen zum Wanken zu bringen. Was die Band mir verraten hat: Nächstes Jahr gibt es ein neues Album – sie selbst sagen, dass es ein bisschen härter sein wird wie Schatzsuche. Was sicherlich damit zusammenhängt, das Elmsfeuer sich auch ein wenig verändert haben. Sie sind reifer geworden und das merkt man ihnen auch an. Jessi und Djast fügen sich gut ins Bandbild mit ein und ich bin sicher mit noch ein paar Auftritten mehr verschmelzen alle zu einer spürbaren Einheit. In diesem Sinne: Setzt die Segel Jungs und Mädels – auf zu neuen Ufern! Und hoffen wir mal, dass wir die Crew 2016 öfter auf einem MPS sehen werden.

Bildergalerie Elmsfeuer

Was jetzt noch fehlt sind ein paar Worte zu Cultus Ferox. Irgendwie ist an diesem Wochenende der Teufel drin (oder dabei?). Strahlte eben noch die Sonne oder zog sich kurz hinter den Wolken zurück fängt es bei den Auftritten der Berliner an zu regnen. Erst ganz langsam aber dann doch anhaltender. Aber das ist kein Grund für die Gruppe um Donar v. Avignon nicht weniger Gas zu geben. Und wie sie das tun. Gewohnt kraftvoll bringen sie ihre Songs unter das Volk, das im Regen tanzt und feiert.

Leider gibt es keine Bilder der Show, dafür war der Regen dann doch zu viel. Ich hätte Euch gerne was gezeigt, weil was die Band da oben auf der Bühne abliefer, ist mehr als eindrucksvoll. Vielleicht ergibt es sich noch mal zu einem anderen Zeitpunkt. Man möge mir verzeihen – und dem Wettergott da oben habe ich ordentlich die Meinung geigen lassen!

Und dann heißt es wieder: Auf Wiedersehen MPS-Welt. Bis zu den Abendkonzerten bleibe ich heute nicht – es wird langsam ungemütlich und ein bisl zu Fahren bis nach Hause ist es ja auch noch.

Bildergalerie Impressionen

Sonja Häfner
unterwegs für German Rock e. V.