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Saltatio Mortis, Cobblestones, Omnia, Rapalje, Metusa, Versengold, Die Streuner

Sei was du willst in Speyer 2015

Mittelalterlich Phantasie Spectaculum

Speyer - unterer Domgarten, 29.08.2015 – 30.08.2015

Samstag, 29.08.2015

Zurück auf Anfang – so könnte man es heute nennen. Genau vor einem Jahr gab es den 1. Bericht über ein MPS hier bei German Rock e. V. Grund genug, noch einmal hierher zurückzukehren. In Speyer findet das MPS seinen Platz auf dem Gelände vom unteren Domgarten und den Rheinstadionwiesen – und das alles nicht weit weg vom Speyerer Zentrum.

 

Insgesamt teilt sich das MPS auf drei Geländebereiche aus, die über eine große Fußgängerbrücke miteinander verbunden sind. Direkt hinter dem Dom zu Speyer findet ihr zwischen den Bäumen nicht nur die ersten Tavernen, Marktstände und Händler sondern auch die Festivalbühne und die Folkbühne dieses Jahr. Also schon im ersten Bereich genug zu sehen und zu hören. Wenn man diesen Bereich dann verlässt und über die Brücke zu den Rheinstadionwiesen läuft (keine Angst, das ist nur ein kurzer Weg und von der Brücke hat man einen schönen Blick auf den unteren Domgarten und auf den Yachthafen von Speyer) findet man hier das Zelt vom Falkner der Herzen – Achim Häfner -, die Kinderbühne weitere Stände und zum Beispiel das Zelt des Rettungsdienstes. Über eine kleine Straße erreicht man dann Teil drei des MPS Geländes auf dem sich die Turnierarena befindet, das Badehaus, weitere Tavernen, Marktstände, Händler und die große MPS Bühne.

Auf dem gesamten Gelände bieten nicht nur die Bäume sondern auch die – aufgrund der erwarteten hohen Temperaturen von über 30 Grad – wieder zahlreich geschaffenen Schattenplätze die Möglichkeit folgende Bands auf den drei Bühnen zu erleben:

Rapalje, Saor Patrol, Die Streuner, Metusa, Omnia, Versengold, Saltatio Mortis und am Sonntag kommen noch die Cobblestones dazu. Leider kann ich zeitlich bedingt nur vom Samstag berichten und somit verpasse ich die Chance beim Auftritt der Cobblestones mitzuzählen wie oft die Zauberformel 1,2,3 – Sláinte fällt. Dabei hatte ich mir das ja nach deren Auftritt in Aach fest vorgenommen – verdammt!

Von Metusa habe ich ja schon vom am letzten Wochenende berichtet – also will ich mal versuchen, mich nicht zu wiederholen. Domenicus, Verena, Katja, Odin, Alanna und Henne sorgen auch an diesem Tag wieder bei all ihren Auftritten für gute Laune, abwechslungsreiche Setlisten und jede Menge Feierfreude. Kein Wunder also, dass sie ordentlich gefeiert werden. Es dauert nur ein paar erste Klänge und schon füllt sich der Platz vor der Bühne und es wird gesungen, gesprungen und ordentlich getanzt. Jeder Auftritt ist anders. Woran das liegt? Vielleicht daran, das jedes Konzert der sechs Musiker von der Interaktion mit den Fans lebt - daher wirken die Sets auch nicht einstudiert. Jeder einzelne Auftritt entwickelt sich zu einem einzigartigen Erlebnis. Wer jetzt glaubt, die einzelnen Gigs der Band leben vom Spaß und den Mitmachaktionen der Fans täuscht sich. Metusa besticht durch das Zusammenspiel des musikalischen Könnens von Katja, Odin und Henne – vor allem aber auch durch die drei Stimmen: Domenicus – der immer wieder mit frechen Sprüchen für Stimmung sorgt, Verena – die mit ihrer Sanftheit in der Stimme immer den richtigen Ton und die Stimmungslage der Songs trifft, sowie Alanna – die neben verschiedenen Instrumenten wie zum Beispiel Dudelsack und Querflöte – auch mit einer unheimlich starken Stimme zu beeindrucken weiß. Davon hätte ich gerne mehr – wenn ich das mal so sagen darf J

Als kleines Schmankerl des Nachtkonzertes gibt es den Titelsong der Zeichentrickserie Die Gummibärenbande in einer

A Capella Version.

Wer es von Euch nicht mehr zu einem der MPS in Hamburg-Öjendorf oder Maxlrain schafft, hat am 24. Oktober 2015 die Gelegenheit beim Saisonabschluss-Konzert der Band in Weissach noch einmal richtig abzufeiern.

Als nächstes treten auf: Die Streuner. In der Mittelalterszene sorgt die fünfköpfige Band seit über 20 Jahren für lustige Momente. Aber wer sind Die Streuner? Mit Stimme und Violine dabei: Miriam Petzold alias ‚Der Rabe‘, Roland Kempen genannt ‚Roland lö Franzose‘ – ebenfalls Gesang, sowie Bass und Laute, Pinto, der Schäfer – bürgerlich Carsten Hickstein (Gesang und Laute), mit einer beeindruckenden Stimme und an der Violine: Matti, der Angelsachse alias Charles Matthew Rouse und Martin Seifert – Don Martino (Laute, Gesang und Chalumeau). Nicht zu vergessen Tristan – das Nachwuchstalent der Streuner. Ich bin gespannt, wann der junge Mann seinen ersten Solo-Auftritt bekommt J. Mit historischen Gewändern, jeder Menge Neckereien untereinander bietet die Band guten alten Mittelalterfolk. Ihre Texte handeln von Wein, Weib und Gesang, der Aufforderung: Trinke Wein oder über Die Hexe. Mal mit viel Humor, mal romantisch oder auch ketzerisch. Eine schöne Mischung und kurzweilige Auftritte.

Bildergalerie Die Streuner

Jetzt aber erst mal quer über das Gelände hin zum Auftritt von Versengold. Da war mächtig was los vor und auf der Bühne. Fans und Band haben ordentlich gefeiert und der Hitze getrotzt. Was gar nicht so einfach ist – denn leider sind vor der MPS-Bühne keine schattenspendenden Bäume und auf der Bühne ist die Temperatur bestimmt noch um einiges höher wie auf dem Gelände selbst. Die Band musste an diesem Tag auf Eike ‚Otje‘ Otten am Bass verzichten. Berufsbedingt war er verhindert. Das heißt aber nicht, dass der Platz leer blieb. Eingesprungen ist Murphy. Und somit gaben gewohnt sieben spielwütige Nordlichter Gas auf der Bühne. Abwechslungsreiche Setlisten sorgten auch heute wieder für jede Menge Spaß. Der zweite Block stand ganz unter dem Motto: Ratgeber für Freunde. Damit niemand das Trinken an diesem heißen Tag vergisst, waren es am Nachmittag vor allem die Trinklieder oder auch Kein Trinklied, die über den Platz schallten. In diesem Sinne Hoch Die Krüge!

Wer nicht genug von Versengold bekommt, dem sei die Zeitlos-Tour im Oktober ans Herz gelegt. Termine findet ihr auf der www.versengold.de

Bildergalerie Versengold

Jetzt nehme ich mir aber erstmal ein wenig Zeit und schlendere über das Gelände und lasse alles auf mich wirken und genieße einfach mal den Tag. So schnell kann ich gar nicht schauen und es wird schon früher Abend. Also ab zur letzten Vorstellung von Achim – dem Falkner der Herzen. Er gibt bei seinen Shows interessante Einblicke in seine Arbeit mit Kindern und Kranken und wie seine Therapievögel ihn dabei unterstützen. Schaut mal bei ihm vorbei – vielleicht gehört ihr ja auch zu den Glücklichen, die einen der Vögel auf die Hand bekommen. Und lasst ruhig ein paar Taler in die Spendenbox fließen – besser kann man seine Goldtaler nicht anlegen!

Bildergalerie Falkner Achim

Vor lauter Bummeln habe ich doch beinahe den Auftritt von Omnia verpasst. Geht ja mal gar nicht – also jetzt schnell zur Festivalbühne. Dachte ich schon, dass vor der MPS-Bühne viel los sein kann, werde ich hier eines besseren belehrt: Hier ist nicht nur der Platz vor der Bühne voll. Nein auch der Gehweg und die Rasenfläche dahinter sind mit Zuhörern und Fans voll. Nicht verwunderlich – ist ja auch der einzige Auftritt der Band an diesem Wochenende. Die Niederländer begeistern mit ihrem Pagan-Folk und ihrer eindrucksvollen Show. Egal ob bei Earth Warrior, I Don’t Speak Human oder beim Gastauftritt von Alea dem Bescheidenen von Saltatio Mortis, der sich kurzerhand ein Didgeridoo schnappt und Omnia musikalisch eindrucksvoll unterstützt – die Stimmung ist kaum zu überbieten und viel zu schnell geht die Zeit rum. Schließlich möchte ich ja noch einen Moment bei Rapalje und Saor Patrol vorbei schauen. Also weiter geht’s.

Bildergalerie Omia

So, jetzt also vor der Folkbühne der Musik lauschen. Naja vor der Folkbühne stimmt auch hier nicht. Hier ist ebenfalls jede Menge los und ich bleibe einfach auf dem Weg stehen und höre Rapalje zu. Ein Glück habe ich noch nicht eines meiner Lieblingsstücke verpasst: Eine Coverversion von Heart Of Steel (Original – na wer war’s? Richtig Manowar). Eindrucksvoll was die Jungs daraus gemacht haben.

Danach heißt es Bühne frei zur Nachtshow von Saor Patrol. Was das heißt ist klar: One Hour Power. Immer wieder beeindruckend die Show der Herren. Und es fällt mir nicht schwer hier stehen zu bleiben und die Show auf mich wirken zu lassen. Muss mich leider wiederholen: Immer wieder ein Genuss und für mich einer meiner Lieblingsmomente auf jedem MPS.

Bildergalerie Rapalije und Bildergalerie Saor Patrol

Ganz kann ich das Konzert diesmal nicht genießen, ein Auftritt wartet noch auf mich.

Also wieder in Bewegung gesetzt und noch einmal auf die andere Seite des Geländes: Was mir heute noch fehlt ist der Auftritt von Saltatio Mortis – genauer gesagt das Nachtkonzert. Mit Absicht habe ich mich für dieses Nachtkonzert am heutigen Tage entschieden. Warum? Die Antwort ist ganz einfach: Nachdem in letzter Zeit keine Pyroshow mehr eingesetzt wurde bei SaMo-Auftritten gibt es endlich wieder eine Showeinlage auf dem MPS. Aber woran lag es? Laut Lasterbalk gab es in der Vergangenheit nicht nur mit einer sondern gleich mit zwei Pyrofirmen negative Erfahrungen, so dass die Band erstmal auf den Einsatz dieser Technik verzichtet hat. Aber keine Abendshow ohne Effekte – und so haben sich Tourmanager Kai und Crewmitglied Sören in den letzten Monaten eingehend mit diesem Thema beschäftigt um hier endlich wieder Feuer unterm Hintern zu machen. Ich kann sagen: ihr habt Euren Job gut gemacht. Was wären auch die Zeilen 'Ich bringe Euch Feuer, die Kraft zu erkennen. Ich bringe Euch Feuer, den Zorn der Götter auf die Welt' aus Prometheus ohne das Feuer?

Aber nicht nur das hat den Auftritt der Spielleute zu einem guten Moment werden lassen. Auch das Zusammenspiel von Band und Fans ist immer wieder beeindruckend – sei es wenn Lasterbalk durch kleinste Handbewegungen den Chor dirigiert, Alea die Menge auffordert zu singen oder Luzi das L, El Silbador, Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein und Alea der Bescheidene bei ihren Showeinlagen mit den Dudelsäcken für Begeisterungsstürme sorgen.

Nach einem abwechslungsreichen Reigen an guten Stücken, unter anderem Knöterich, Galgenballade und Der Letzte Spielmann, ist auch dieses Konzert vorbei und damit neigt sich der erste Tag des MPS dem Ende zu.

Und wer noch nicht genug von den Spielleuten hat kann sich ja für ihre kommende Zirkus Zeitgeist Tour Karten besorgen. Termine findet ihr auf www.saltatio-mortis.com.

Bildergalerie Saltatio Mortis

Bevor ich meinen Bericht mit ein paar Informationen für Euch beende hier noch der Tipp für alle knurrenden Mägen:

Am Knobi-Brot stand gibt es Leckeres. Egal ob Kartoffelspalten mit Kräuterquark, ein einfaches Knobi-Brot oder ein gebackener Camembert auf Knobi-Brot mit Beilagen nach Wahl – alles sehr empfehlenswert. Und das Männertrio im Verkaufsstand hat auch immer einen lockeren Spruch drauf. So wird es auch nie langweilig, wenn es bei dem großen Andrang etwas länger dauern sollte. Also hin und Guten Appetit!

Das war also der Samstag auf dem MPS in Speyer. Laut Veranstalter Gisbert ‚Gisi‘ Hiller lässt sich das MPS so beschreiben: So heiss wie noch nie, so gut besucht wie noch nie und so leise wie noch nie! Wie war das – so LEISE wie noch nie? Immer wieder mal was neues, aber der Reihe nach:

Ja es war heiß – verdammt heiß. Aber dank der guten Organisation gab es viele Schattenplätze, Möglichkeiten sich abzukühlen und das Wassertank-Quad war auch wieder unterwegs.

Und die Besucher strömten nur so auf das Gelände – bei den Konzerten lauschten die Fans nicht nur vor den Bühnen ihrer Lieblingsband sondern überall dort, wo sie einen Platz finden konnten. Die Wege wurden einfach ebenfalls zu Zuschauerplätzen umfunktioniert. Laut Gisi waren in den letzten 22 Jahren nie so viele Menschen bei einem MPS wie an diesem Tag. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Besucherrekord! Kann das fette Ö das am kommenden Wochenende toppen?

Aber was war das jetzt mit dem so LEISE wie noch nie? Im Vorfeld gab es wohl von einigen Speyrer Bürgern Beschwerden wegen des hohen Lärmaufkommens. Und so wurde Veranstalter Hiller mit einigen Auflagen und an diesem Tag mehrfach durchgeführten Messungen dazu verdonnert, während der gesamten Veranstaltung die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte nicht zu überschreiten. Ein wenig hat man dies schon gemerkt – es war halt alles ein bisl anders zu hören. Aber alle Bands haben mit ihren Auftritten dazu beigetragen, dass die Stimmung darunter nicht zu leiden hatte. DANKE dafür!

Ein bißchen mehr unter diesen Beschwerden hatte das Nachtritterturnier zu leiden: es musste ohne musikalische Unterstützung und Tonverstärkung durchgeführt werden.

So wie es momentan aussieht, war dies mein letztes MPS für dieses Jahr. Daher schon jetzt zwei wichtige Hinweise auf Termine für Euch, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet:

Erstens den Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt. Aber aufgepasst – dieses Jahr nicht mehr in Telgte sondern in Dortmund im Freizeitpark Fredenbaum. Und nicht nur das hat sich geändert! Neuer Ort heißt auch neue Öffnungszeiten: Der Lichter Weihnachtsmarkt öffnet seine Tore vom 26. November 2015 bis zum 3. Januar 2016, außer am 24. und 25. Dezember. Mehr Infos findet ihr hier: www.spectaculum.de!

Und zweitens: auch dieses Jahr sendet German Rock e. V. im Dezember über rockradio.de eine Sondersendung zum MPS. Mit Interviews von diversen MPS-Orten und jeder Menge Musik der teilnehmenden Bands auf den MPS-Veranstaltungen. Also schon jetzt einmal von mir: Viel Spaß dabei – wer weiß was mir die ein oder andere Band bei den Interviews zu erzählen hatte. Ihr dürft gespannt sein! Den genauen Sendetermin erfahrt ihr rechtzeitig im Vorfeld auf unserer Homepage!

Bildergalerie Impressionen

Sonja Häfner
unterwegs für den German Rock e.V.