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CD Release und erster Gig von Ganaim

GANAIM & Mr. Hurley und die Pulveraffen

Westwerk 141 Osnabrück, 21.02.2015

Auf geht’s zu neuen Ufern: Aus zeitlichen Gründen können wir nur von Tag zwei der PRE-Release-Party von Mr. Hurley und die Pulveraffen für Ihre neue CD Voodoo im ‚karibischen Osnabrück‘ (Zitat von der Homepage), der Heimatstadt der drei Piratenrocker berichten. Special-Gast an diesen Abenden ist Ganaim – eine neues Duo aus Deutschland, dass sich mit ganzem Herzen dem Celtic Folk verschrieben hat.

 

Anlässlich ihrer neuen CD haben sich die drei Piraten etwas ganz Besonderes einfallen lassen: eine zweitägige Party in ihrem Heimathafen. Und es gibt ordentlich was zu feiern: insgesamt 15 selbstgebraute Songs und ein kleines Hörspiel in 4 Episoden.

Aber zurück auf Anfang: Eröffnet wird der Abend von Ganaim: Saskia Farquhar und Pínto von Frohsinn – Pínto ist vielen von Versengold bekannt – haben aus ihrer gemeinsamen Liebe zum Folk ein neues Projekt gestartet: GANAIM – Celtic Folk Music Ihre ersten Live-Erfahrungen haben sie jetzt sammeln können und auch gleich ihr Erstlingswerk präsentiert: Ceol òn Mhuileann was ungefähr Das Lied der Mühle bedeutet.

Zusammen mit Gastmusiker Cornelius ‚Zorny‘ Bode präsentieren die beiden einen schönen Querschnitt ihres Debut-Album, das sowohl mit Gesangs- als auch Instrumentalstücken einen Einblick gibt, wie vielseitig Celtic Folk sein kann, der aus jahrelanger Tradition gewachsen ist. Die beiden interpretieren bekannte Stücke dieser Musikrichtung auf ihre Art und geben Stücken wie Burning Of Auchindoun oder The Boys Of Bedlam ein neues Gewand. Ihr Hol An Dro (An Dro ist die Bezeichnung für einen klassischen Tanz aus der Bretagne und Hol An Dro bedeutet so viel wie Unser An Dro) lädt sofort zum Tanzen ein und spätestens beim Abschlusssong Are You Sleeping, Maggie? versuchen alle den Text mitzusingen. Einigen gelingt das schon richtig gut – ich gehe mal davon aus, dass sind diejenigen, die bereits im Besitz der CD sind, die es exklusiv nur über www.ganaim.de gibt.

Ganaim überzeugt an diesem Abend: Ja man merkt ihnen (noch) an, dass dies erst der zweite gemeinsame Auftritt vor Publikum ist aber kleine Unsicherheiten quittiert jeder auf seine ganz persönliche Art: Pínto und sein ‚allseits bekannter Knallkopp‘ (O-Ton Pínto) sorgen für Lacher, Saskia mit Geige und Charme und Zorny ist der ruhende Pol auf der Bühne. Besonders gut gefällt mir, dass Saskia und Pínto vor den Songs kurz die Geschichte erklären, die sich hinter den Texten oder der Musik verbirgt. Leider sind die 45 Minuten viel zu schnell vorbei – aber das Duo hat gezeigt wofür sie stehen: ihre Liebe zum Celtic Folk leben und an das Publikum weitergeben.

Bildergalerie Ganaim

Nach einer kurzen Umbauphase entern Mr. Hurley, Buckteeth Bannock und Der einäugige Morgan die Planken und starten mit einer bekannten Nummer: Grog’n’Roll. Somit dauert es auch nur ein Bruchteil an Sekunden bis der restlos gefüllte Saal einstimmig in den Text mit einfällt und ordentlich beginnt zu feiern. Aber dafür sind Mr. Hurley und die Pulveraffen ja bekannt – ordentlich zu feiern. Und wer glaubt, dass die Jungs nur zotige Songs über Schnaps, die Seefahrerei und Hafenmädels zum Besten geben können wird heute eines Besseren belehrt. Die neuen Lieder, die präsentiert werden zeigen, dass in den Piratenköpfen Geister stecken die auf ihre eigene Art das Leben parodieren und Tipps für das Leben an sich gerne an ihre Piratencrew weitergeben - aber eben auf ihre ganz spezielle Art.

Die Nordlichter bieten einen abwechslungsreichen Reigen von bereits veröffentlichten Songs, Songs der letzten MPS-Tour (die es jetzt endlich auf der neuen CD gibt) wie zum Beispiel Schrumpfkopf Im Rumtopf und ganz neuen Stücken wie Etwas Vom Faden. Gerade die neuen Songs kommen mit ausgereiften Arrangements daher, etwas was bisher ein wenig zu kurz kam.

Und natürlich haben auch Ms. Ivy Cox und Pegleg Peggy ihren Moment auf der Bühne als es heißt: Die Legende von Daisy Jones und Plankentanz – jap da wurde das Achterdeck geschüttelt J Genauso wenig fehlt das Ach ja?! an diesem Abend – egal ob auf Shirts oder von der Bühne runter. Ein Auftritt ohne diesen Song – schwer vorstellbar! Der Abend ist gekennzeichnet von einer ansteckenden Feierfreude aller Piraten und Landratten im Saal. Es wird gesungen, getanzt, gefeiert und getrunken und viel zu schnell heißt es: jetzt ist Schluss. Aber Mr. Hurley und die Pulveraffen können noch einmal leicht überzeugt werden und geben wohl eins ihrer bekanntesten Stücke als Zugabe: Blau wie das Meer.

Aber das reicht den Feierwütigen nicht und so kommt was kommen muss: die Jungs kehren noch einmal aufs Achterdeck zurück. Und dann wird es leise, ganz leise. Mr. Hurley kündigt das allerletzte Lied des Abends an: Das Abschiedslied. Hier schlagen die Jungs das erste Mal ernste Töne an – und ich kann nur sagen: bitte mehr davon. Feuerzeuge gehen an und die meisten der Leute vor der Bühne werden ganz still und lassen das Lied auf sich wirken. Leider nicht alle – aber das mag bitte nur an der Pulle voll Rum oder anderem Getränk gelegen haben und nicht an fehlendem Feinsinn für die leisen Zwischentöne oder die Worte von Mr. Hurley bei der Ankündigung des Songs.

 

Und so bleibt mir nur noch eins zu sagen:

Macht’s gut und bleibt so wie ihr seid – und gebt gut auf Euch acht.

Bildergalerie Mr.Hurley und die Pulveraffen

Sonja Häfner
unterwegs für German Rock e. V.