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Zurück auf dem MPS

MPS Dortmund 2, 11. Juni 2016

 
Auch für uns hat an diesem Wochenende die MPS Saison endlich angefangen. Am zweiten Wochenende in Dortmund erwarten uns auf den Bühnen Klassiker wie Saltatio Mortis, Rapalje,

Ye Banished Privateers aber auch Bands, die nur an einigen Terminen während der MPS-Saison dabei sind: Cultus Ferox, Faun, Waldkauz und Vroudenspil.

Geplant waren ebenfalls Auftritte der Bielefelder Band Mythemia. Diese mussten ihre Teilnahme aber wegen Krankheit absagen. Wie aber jetzt die Programmlücke füllen? Zum Glück gibt es die drei sympathischen Musiker der FunFolkBand Duivelspack die spontan eingesprungen sind. Als besonderes Schmankerl gab es auch noch zwei Unplugged-Sessions: Cultus Ferox und
Ye Banished Privateers gaben sich die Ehre und sorgten mit den improvisierten und kurzweiligen Sessions am See für ordentlich Stimmung.

Der MPS-Tag begann trocken und der Wettergott meinte es gnädig mit dem Volk. Abgesehen von ganz kurzen und sehr schwachen Nieselregen blieb es den ganzen Tag trocken und im Laufe des Nachmittages traute sich auch die Sonne mit kräftigen Strahlen hervor.

Bruder Rectus eröffnete zusammen mit dem Hässlichen Hans und dem Tod, der diesmal in Begleitung des Vogels Raven erschien, mit viel Humor und den lieb gewonnen Zeremonien des Teeren und Federns, dem Verheiraten eines in Sünde lebenden Paares und den Sticheleien der drei Hauptakteure untereinander, den Markt.

Bilder Markteröffnung

Danach wird erst mal gemütlich über weitläufige Gelände geschlendert hin zur Folkbühne. Heute ist die Bühne fest in der Hand von Piraten und Kilt-Trägern. Hier treten Rapalje, Vroudenspil und
Ye Banished Privateers auf.

Hier gehts zu unseren Impressionen

Maceál, William, Dieb und David von Rapalje sorgen schon zur frühen Mittagsstunde für ordentliche Stimmung vor der Bühne. Rapalje sind auf dem MPS omnipräsent aber es wird nie langweilig bei ihren Auftritten. Mit ihrem eigenen Charme, ihrer Energie und einer guten Mischung aus Balladen die zu Herzen gehen und den etwas schwungvolleren keltischen Melodien nehmen sie das Publikum mit auf ihre musikalische Reise in eine andere Zeit.

Bilder Rapalje

Was jetzt folgt ist ein kurzweiliger Zeitvertreib: Vroudenspil. Im Einzelnen sind das Ratz von der Planke (Gesang und Akustikgitarre), Phyra, die Frau an den Flöten, Zora am E-Kontrabass und ebenfalls stimmlich dabei, Dax vom Berg (Dudelsack), Freibeuter Petz (Die Stimme aus dem Hintergrund und am Dudelsack), Der Kraken am Schlagzeug und Der Seewolf an den Percussion, am Akkordeon und Mikrofon. Für mich das erste Mal, dass ich die Band sehe und was soll ich sagen: Macht Spaß. Texte, Melodien und Auftritt sind eine stimmige Sache. Ein Querschnitt der musikalischen Entwicklung von Vroudenspil sorgen für ein abwechslungsreiches Set bei dem der Publikumsliebling Meute toter Narren natürlich nicht fehlen darf! Und die Meute vor der Bühne hat sichtlich ihren Spaß und versorgt fürsorglich ihre Band immer wieder mal mit allerlei leckerem Gebräu unterschiedlichster Geschmacksrichtung. Natürlich lässt sich diese nicht lumpen und probiert brav von allem – und die ein oder andere Köstlichkeit sollte wohl eher auf den Planken des Vroudenspil-Schiffes bleiben als zurück ans Landvolk zu gehen.

Bilder Vroudenspil

Dritter Act auf der Folkbühne sind Ye Banished Privateers. Ich hab noch keinen Auftritt der sympathischen Schweden erlebt, bei dem die Landratten nicht irgendwann im Takt der Musik getanzt haben oder zumindest die Füße im Takt wippen. Outfit, Bühnenshow und die Mischung aus
Irish Folk, Shanties und Balladen aus ihrer Heimat sorgen dafür, dass Augen und Ohren ordentlich was abbekommen. Stillstand erlebt man nie wenn Ye Banished Privateers auf der Bühne stehen – hier hat jedes Bandmitglied seinen ganz persönlichen Moment während der Show. Abwechslungsreicher geht’s fast nicht mehr. Man kann zu Recht sagen: Ein Geheimtipp sind die Schweden nicht mehr!

Bilder Ye Banished Privateers

Die Festivalbühne teilen sich heute Waldkauz und Cultus Ferox tagsüber, bevor es am Abend zum einzigen Auftritt der Gruppe Faun kommt.

Die fünfköpfige Band Waldkauz aus Hildesheim ist noch eine relativ junge Band, die ihr Debütalbum Komm mit letztes Jahr veröffentlicht hat. Stilistisch lassen sich Gina (Gesang, keltische Harfe und Drehleier), Nina (Gesang, Maultrommel und verschiedene Flöten), Lennart (Gitarre, Irish Bouzouki), Peter (Schlagzeug und Percussions) und Niklas (Gesang und Irish Bouzouki) dem Pagan Folk zuordnen. Mit ihrer Musik entführen Waldkauz mit sanften Klängen in die Anderswelt. Erzählen Geschichten über den Wind in den Blättern, von Gefühlen und von Mutter Erde und erinnern uns daran, wie sorglos wir oftmals mit ihr umgehen.

Bilder Waldkauz

Als Gegenprogramm folgt die Berliner Combo Cultus Ferox. . Es ist das dritte Mal, dass ich die Band auf einem MPS erlebe. Aber irgendwie werde ich immer davon abgehalten, mir einen ganzen Auftritt anzusehen. Sei es weil zeitgleich noch eine weitere Band auftritt, oder technische Probleme den Beginn ihres Sets verzögern oder wie heute, wo ich mich schlicht und ergreifend festgequatscht habe bzw. das Nachtkonzert wegen 380 km Rückreiseweg nicht mehr erleben werde. .So bekomme ich nur die letzten Songs des zweiten Tagesset mit. Energiegeladen wie eh und je feuern die Musiker ihre Stücke auf das Publikum ab. Der kleine Bühnensteg wurde immer wieder genutzt um direkten Kontakt mit dem feierwütigen Volk aufzunehmen, dass sich hinter dem Fotograben nur all zugut amüsiert. Cultus Ferox verbinden die Kraft von Dudelsäcken und Trommeln mit einer nicht zu kleinen Prise modernem Rock. Nicht weniger kraftvoll ist auch ihre Performance und sie wissen das Publikum für sich einzunehmen.

Bilder Cultus Ferox

Am Abend geben Faun ihr einziges Konzert an diesem Wochenende. Die Band hat den Ruf mit ihren Shows zu ver- und bezaubern. Und das haben sie auch an diesem Abend vor. Unterstützend ist hier sicherlich die Anlage selbst, die mit ihren Bäumen den richtigen Rahmen für Faun und ihre Musik bilden. Die Auftritte der Band lassen sich mit vielen Attributen beschreiben. Nachdenklich, unbeschwert und außergewöhnlich sind die ersten die mir hierbei einfallen. Mit ihrem Pagan-Folk entführt die Band aus Gräfelfingen ihre Fans in eine eigene kleine Welt aus der man nur ungern wieder in die Realität zurück will und trotzdem das Gefühl hat, ein Stück der Faunwelt mit dort hinzunehmen.

Bilder Faun

Die MPS Bühne teilen sich an diesem Tag die Spielleute von Saltatio Mortis und die kurzfristig eingesprungene FunFolkBand Duivelspack.

Duivelspack bieten mit ihrer Show eine Mischung aus FunFolk und Musik-Comedy – so zu lesen auf deren Homepage. Und damit versprechen sie nicht zuviel. Mit ihren frechen Texten nehmen sie das gemeine Volk nur allzugern unter die Lupe und aufs Korn und halten uns bei all dem einen kritischen Spiegel vors Gesicht. Seit mittlerweile über 15 Jahren ein erfolgreiches Konzept. Neuestes Werk der drei Vollblutmusikanten: die CD Weibsbilder. Auf dieser widmen sich Musicus Varus, Arnulf der Puster und Janko vom See dem schönen Geschlecht – natürlich auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Saltatio Mortis – was soll ich da schreiben. Sie gehören einfach zum MPS dazu und sind sicherlich einer der größten Publikumsmagnete. Schon lange vor dem ersten Konzert füllt sich der Platz vor der MPS Bühne mit ihren Fans. Und je näher der Auftritt der Spielleute kommt umso voller wird es. Natürlich bleiben auch die ewig erklingenden Rufe ‚Saltatio ….. Mortis‘ heute nicht aus. Und mit Verlaub, auch wenn die Herren durchaus nett anzusehen sind … bei den Rufen ‚Ausziehen‘ fühle ich mich dann doch eher auf ein Konzert versetzt, das überwiegend von Teenies besucht wird. Das Set der Spielleute ist wohl durchdacht und bietet das ein oder andere Schmankerl der CD Zirkus Zeitgeist – Ohne Strom und Stecker. Beim Nachmittagsset beweisen Band und Fans, dass Songs wie ‚Willkommen in der Weihnachtszeit‘ auch im Juni bei Sonnenschein funktionieren, aber auch so nachdenkliche Songs wie Nachts weinen die Soldaten nichts von ihrer Tragweite verlieren, wenn sie nicht wie gewohnt im Nachtkonzert gespielt werden.

Bilder Saltatio Mortis

Sonja Häfner