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Großartige Stimme, wackliger Sound…

Tarja Turunen
Batschkapp Frankfurt – 12. Oktober 2016

Mit ihrem aktuellen Programm ‚The Shadow Shows‘ ist Tarja Turunen in Frankfurt zu Gast. Um die Zeit bis zu ihrem Auftritt zu verkürzen hat sie gleich zwei Support-Acts mit dabei: Open Act ist die rumänische Formation Scarlet Aura, als Special Gast ist die brasilianische Power-Metal-Band Angra mit dabei.

Scarlet Aura: Das aus Rumänien stammende Quartett spielt seit 2014 seinen Melodic Metal und gewann 2015 den osteuropäischen Contest The Road To Kavarna. Seither konnten sie sich schon mit einigen großen Namen – unter anderem Sabaton, Gotthard, Accept und Manowar – die Bühne teilen und haben sich erfolgreich als Headliner bei Festivals in Osteuropa behauptet. Frontfrau Aura Danciulescu, ihr Mann Mihai Danciulescu (Gitarre), Catalin Ungureanu (Bass) und Matthias Klaus am Schlagzeug präsentieren Stücke vom Album Falling Skies und nutzen während ihres 30-minütigen Auftritts die Chance, das Publikum für sich zu begeistern.

Scarlet Aura in Bildern

 

Nach einer Umbauphase ist die Bühne frei für Special Gast Angra. Seit über 20 Jahren gehören sie im Genre Power-Metal zu den ganz Großen in ihrer Heimat auch wenn von den Gründungsmitgliedern in der aktuellen Besetzung nur noch Gitarrist Rafael Bittencourt mit dabei ist. Mit ihm auf der Bühne: Sänger Fabio Lione, Felipe Andreoli am Bass und Bruno Valverde am Schlagzeug. Gitarrist Kiko Loureiro (der seit letztem Jahr auch bei Megadeth spielt) ist an diesem Abend nicht dabei und wird durch den charismatische Marcelo Barbosa vertreten. Überraschungsmoment für mich bei diesem knapp einstündigen Auftritt: Die Gesangseinlage von Rafael– dessen Stimme eher meinen Gehörgang trifft als Fabio.

Angra in Bildern

Gegen 21 Uhr ist es dann soweit: Tarja Turunen betritt unter großem Applaus die Bühne. Man sieht es ihr an: sie freut sich auf diesen Auftritt. Augen und Gesicht strahlen mit dem Bühnenbild – eine aufwendig gestaltete Mischung aus Licht und Videowänden im Hintergrund – um die Wette. Mit No Bitter End eröffnet sie ihren Teil des Abends und lässt die Besucher ihre Stimme spüren. Die Setliste an diesem Abend lässt nur wenige Wünsche offen: Tarja bietet eine Mischung aus Highlights der älteren Alben und insgesamt acht Stücken aus dem aktuellen Album The Shadow Self. Ergänzt wird die Setliste mit einem Nightwish-Medley aus insgesamt vier Songs.

Bedauerlicherweise ist der Sound nicht von Beginn an optimal abgestimmt und so überlagern die Gitarren häufiger den Gesang. Erst im letzten Drittel gibt es ein ausgewogenes Verhältnis von Stimme und Instrumenten. Davon lässt sich die Sängerin aber nicht aus dem Konzept bringen. Mit ihrem ganz eigenen Charme, kleinen Anmoderationen und ihrer unglaublichen Bühnenpräsenz zieht sie das Publikum in ihren Bann. Sie zeigt sämtliche Facetten der Künstlerin in ihr: die stimmgewaltige Operndiva, die headbangende Frontfrau der Metalband und eine Sängerin, die vom warmherzigen Empfang und dem nicht weniger herzlichen Applaus ihrer Fans gerührt ist.

Das wirkliche Highlight des Konzertes ist aber das Akustik Medley. Hier kann die Finnin noch einmal die ganze Bandbreite ihres Könnens zeigen. Ihre ausgebildete Sopranstimme (deren Stimmlage drei Octaven umfasst) kommt hier wunderbar zur Geltung.

Fazit: Abgesehen vom Soundproblem ein gut gelungener Abend. Tarja ist und bleibt für mich die Stimme des Symphonic-Metal. Kraft- und gefühlvoll vorgetragene Songs einer gut gemischten Setliste, ihre warmherzige Art und die starke Bühnenpräsenz sorgen für einen Konzerterlebnis das in Erinnerung bleibt.

Tarja Turunen in Bildern


Setliste Tarja Turunen:

No Bitter End
500 Letters
Eagle Eye
Demons In You
Lucid Dreamer
The Living End
Calling From The Wild
Nightwish-Medley (Tutankhamen, Ever Dream, The Riddler & Slaying The Dreamer)
Akustik-Medley (Until Silence, The Reign, Mystique Voyage, House Of Wax, I Walk Alone)
Love To Hate
Victim of Ritual
Too Many

Encore:
Innocence
Die Alive
Until My Last Breath

Sonja Häfner