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Und dann sag mir, wieviel gibt Dir dieser Moment gefrorener Zeit…

Eric Fish & Friends

Colos-Saal Aschaffenburg – 6. Oktober 2016

Bereits am 26. August erschien das mittlerweile sechste Album von Eric Fish & Friends. Ende September begann dann die Tour zum neuen Album Mahlstrom. Jetzt macht er halt in Aschaffenburg um seine neuen Stücke zu präsentieren. Die Atmosphäre ist mehr wie bei guten Freunden im Wohnzimmer. Tische und Stühle für die Zuhörer, am vorderen Bühnenrand verbreiten große, weiße Kerzen ein weiches Licht. Fehlt eigentlich nur noch ein guter Rotwein, und der Abend kann beginnen.

Eric Fish betritt pünktlich um acht die Bühne, heißt alle Anwesenden Willkommen und teilt mit, dass der Abend in drei Akte aufgeteilt wird. Der erste Teil gehört Falkenberg, Teil 2 Eric Fish & Friends und in Teil 3 werden alle Akteure dieses Abends noch einmal gemeinsam auf der Bühne stehen

Und schon geht es los. Falkenberg setzt sich hinter die Tasten und eröffnet den Abend. Was ihn und seine Konzerte auszeichnet sind die direkte, offene und auf Maulkorb verzichtende Art und Weise seine Stücke anzukündigen. Dabei gewährt er uns das ein oder andere Mal Einblicke in sein Leben, zum Beispiel beim Thema Depression oder teilt mit uns seine Gedanken zum politischen Zeitgeschehen.

Für viele hier im Westen ist der aus Halle stammende Künstler vielleicht eher ein unbekannter Name, im Vergleich zum Osten, wo er seit vielen Jahren ein bekanntes Gesicht in der Musikszene ist. In zahlreichen Formationen (darunter Seitenwind, Stern(-Combo-)-Meissen, Delta Dreams aber auch als Gastsänger bei Silly) und als Solokünstler, noch unter seinem alten Künstlernamen IC Falkenberg. 2010 erfolgte dann der Namenswechsel zu Falkenberg und ist der Beginn einer sehr kreativen Phase. Mittlerweile hat er in seiner Karriere das 13. Soloalbum veröffentlicht, was glücklicherweise pünktlich zur Tourneereihe mit Eric Fish & Friends fertig wurde, und den Namen Menschen Auf Brücken trägt. Besonders im Gedächtnis geblieben von diesem Abend ist mir das Stück Tunnel unter den Brücken, das sich mit dem bereits erwähnten Thema Depressionen beschäftigt.

Falkenberg hat etwas zu sagen und das tut er auch. Sei es zum Thema Konsumverhalten, Politik oder Freiheit. Er trifft mit seinen oftmals sehr persönlichen Texten genau den Nerv, den viele gerne ausschalten möchten und verlangt, sich mit seinen Texten auseinanderzusetzen. Dabei geht es ihm nicht darum, seine Meinung aufzudrängen, sondern eher, einen Dialog zu starten. Bei all den schweren Themen schafft er es auf seine ganz eigene Art zu zeigen, dass es immer irgendwo eine Brücke gibt, die es einem ermöglicht, neue Wege zu gehen.

Nach ca. 45 Minuten ist der erste Teil beendet. Die Pause währt nur kurz und nach 10 Minuten betreten Eric Fish, Rainer Michalek (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Gerit Hecht (Klavier und Akkordeon) und Sebastian Meyer die Bühne. Letzterer übernimmt ein neues Element bei den Konzerten: Erstmalig kommt ein Schlagzeug zum Einsatz. Hier will ich dann schon mal vorweg greifen: eine gute Wahl wie ich finde.

Eric und seine Jungs präsentieren an diesem Abend insgesamt zehn Songs des neuen Werkes. Darunter den Titeltrack Mahlstrom, Millionen Meilen, Momente, Zeit verstreicht und Staunen. Aber auch liebgewonnene Stücke sind auf der Setliste zu finden unter anderem die Interpretation von Lily Of The West oder Marietta (ein wenig neu interpretiert, durch den Einsatz des Schlagzeugs) sowie das wohl bekannteste Stück Anders Sein. Schon bei den ersten Tönen dieses Stückes stimmt das Publikum in den Gesang mit ein. Rainer Michalek präsentiert eine wunderbare Interpretation des Gerhard Gundermann Cover Ich Mache Meinen Frieden – einer dieser besonderen Momente, die jedes Konzert haben sollte. 

Von den neueren Stücken sind mir vier gleich im Ohr geblieben: Zeit verstreicht, Staunen, Millionen Meilen und Momente. Letzteres ist ein ruhiges Stück, das wunderbar zum Ausdruck bringt, worum es geht. Einfach mal innezuhalten in dieser Zeit, den Moment für die Seele zu bewahren und in dunklen Zeiten sich zu erinnern: „Und dann sag mir, wieviel gibt Dir dieser Moment gefrorener Zeit“

Die Zeit verstreicht und das Ende vom zweiten Akt des Abends ist gekommen. Was jetzt nach einer noch kürzeren Pause folgt ist das Zusammenspiel von allen Musikern dieses Abends. Auf Mahlstrom singen Eric und Falkenberg gemeinsam den Song Geben und Nehmen. Natürlich darf dieser im dritten Teil nicht fehlen. Aber auch ältere Stücke von Falkenberg werden gemeinsam vorgetragen, darunter Zwischen Erde Und Mond und Für Krieger Wie Uns. Ein weiterer Coversong darf nicht fehlen: Cathedral von Crosby, Stills and Nash. Mit Raus Und Weg – ebenfalls vom neuen Album – endet der letzte Teil dieses Abends.

Bevor dieses Konzert wirklich sein Ende findet, gibt es eine letzte Zugabe, die diesen Abend wunderbar beschließt und bei der alle Mitwirkenden noch einmal ihre ganze Seele hineinlegen: Das Blind Guardian-Cover von The Bard’s Song (In The Forest).

Fazit: Wenn die Herren Musiker einmal angefangen haben, hören sie so schnell nicht wieder auf. Nach einem Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass über 3,5 Stunden Konzertabend hinter mir liegen. Das erlebt man dann doch eher selten. Aber was nehme ich an diesem Abend mit nach Hause? Obwohl für mich die Konzertsaison Herbst/Winter gerade erst angefangen hat, bin ich mir sicher, heute schon eines meiner persönlichen Highlights erlebt zu haben. Ein beeindruckender Abend mit Liedern und Momenten, die im Kopf und im Herzen bleiben!

 

Setliste Eric Fish & Friends:

Des Lebens Lauf
Mahlstrom
Kreuzfahrt
Anders Sein
Momente
Millionen Meilen
Soll Sein
(Gerhard Gundermann Cover)
Ich Mache Meinen Frieden
(Gerhard Gundermann Cover)
Staunen
Kämpfen Wie Männer
(Gerhard Gundermann Cover)
Narren und Tyrannen
Zwilling
Marietta
Voodoo (
Godsmack Cover)
Walk On The Ocean (
Toad The Wet Sprocket Cover)
Lily Of The West
Zeit Verstreicht

Setliste Eric Fish & Friends und Falkenberg:

Unsere Zeit
Cathedral
(Crosby, Stills & Nash Cover)
Zwischen Erde Und Mond
(Falkenberg)
Für Krieger Wie Uns
(Falkenberg)
Indian Song
Geben Und Nehmen
Raus Und Weg

Encore:
The Bard’s Song (In The Forest)
(Blind Guardian Cover)

Sonja Häfner


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